Diese Bildung einer eigenen,

möglichst reichen und vielfältigen Welterfahrung, möchten wir fördern.

Wie können wir dies konkret unterstützen?

 Die Umgebung, die Räume und deren Ausstattung müssen optimal auf die Bedürfnisse der Kinder eingerichtet sein.

Herausforderungen und Anregungen sind so zu gestalten, dass sie dem Kind in seinen Interessen und Möglichkeiten entgegenkommen und diese anspornen und nicht begrenzen.

Spielmöglichkeiten, Spielräume und –zeiten sind auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet, das freie Spiel ist ein wichtiges Element der Selbst­bildung und –erfahrung.

Die Erzieherin muss dem Kind zugewandt, annehmend und gesprächsbereit begegnen. Fragen, Aktionen und eigene Ziele der Kinder sind gewünscht, sollen angeregt und unterstützt werden.

Nicht zuletzt halten wir es für sehr wichtig, mit den Eltern vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Ein enger Austausch zwischen Eltern und Erziehe­rinnen hilft den Kindern in ihrer Entwicklung.Die Orientierung an den Selbstbildungspotentialen des Kindes in unserer pädago­gischen Arbeit bildet aber nicht allein die Grundlagen der Bildungsarbeit in der Villa Kunterbunt. Wir arbeiten auch mit der Einsicht, dass sinnvolle Strukturen und Rituale eine wichtige integrative und sozialisierende Wirkung haben. Strukturen und Rituale bilden das „Selbstverständliche“ einer Kultur, unserer Kultur. Insofern sind sie Entlastung für den Einzelnen (z. B.: das Ritual der gemeinsamen Mahlzeiten, der Verabschiedung oder der Begrüßung). Gleichzeitig müssen sie immer wieder mit Sinn neu gefüllt werden und sinnlich erfahrbar sein, um sie erlebbar zu machen.


Wir sehen eine gewisse Spannung zwischen den Elementen unserer Pädagogik: Auf einer Seite steht das Kind selbst, das in seinen Bedürfnissen einen Erfahrungs­raum fordert, der vielfältige Anregungen und auch unbegrenzte Zeit für die ei­genen Ideen und Spiele bieten sollte. Auf der anderen Seite erkennen wir die Werte von eingrenzenden Strukturen an, die eine freie Entscheidung der Kinder auch beschneiden. Wie sind diese zwei Aspekte zu vereinen?

Gerade in diesem Spannungsverhältnis lernen die Kinder einen Wesenszug des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft kennen und damit umzugehen.

Dabei ist es nicht unser Ziel, die Kinder frühzeitig an feste Strukturen zu ge­wöhnen. Vielmehr wollen wir die Kinder die entlastenden, gemeinschaftsschaffenden und sinnstiftenden Aspekte von Strukturen und Ritualen erfahren lassen. Dies geschieht in einem angemessenen Rahmen, der die Bedürfnisse und die selbstbestimmten Aktivitäten der Kinder möglichst wenig begrenzt.